079_Zeitmanagement / Selbstmanagement

Ines Banghard • 13. Juni 2026

079_Zeitmanagement / Selbstmanagement

Hallo und herzlich Willkommen,


Dieser Blogbeitrag ist entstanden, weil ich vor Kurzem in einem sehr großen und bekannten Unternehmen in der Region Baden-Württemberg ein Training zum Thema Zeitmanagement für knapp 30 Personen gegeben habe.

Und ehrlich: Das, was ich dort gemacht habe, ist genau das, was ich Kids & Teens immer mitgebe. Klar, in einer anderen Art der Kommunikation und mit einem anderen Schwerpunkt, aber in der Essenz identisch.

Also, Thema Zeitmanagement: Zunächst einmal kratzt für mich der Begriff Zeitmanagement nur an der Oberfläche. Meiner Meinung nach geht es hier vielmehr um Selbstmanagement, aber ich erkläre dir gleich, warum.


Was wir unter Zeitmanagement verstehen

Lass uns zunächst gemeinsam schauen, was wir überhaupt unter Zeitmanagement verstehen.

Dafür gebe ich dir ein Bild: Stell dir ein großes, leeres Glas vor. Symbolisch steht das Glas für einen 24-Stunden-Tag, und die „Leere“ dafür, dass der Tag gerade beginnt. Daneben stehen verschiedene Boxen, und in jeder liegt etwas anderes: in der einen große Steine, in einer anderen Kieselsteine, in einer weiteren Sand und in wieder einer anderen Wasser. Diese stehen symbolisch für die Aufgaben, die am Tag anstehen. Die Aufgabe ist jetzt, alles so in das Glas zu füllen, dass alles hineinpasst.

Wenn man alles wahllos durcheinanderschüttet, passt es vermutlich nicht. Wenn man von klein nach groß vorgeht, also erst Wasser, dann Sand und zum Schluss die großen Steine, passen die großen Steine auch nicht mehr hinein. Daher ist es wichtig, clever vorzugehen: zu priorisieren, zu strukturieren und zu fokussieren. In diesem Beispiel heißt das „Eat the frog first“: erst die großen Steine, dann die kleineren Dinge, bis am Schluss Sand und Wasser die Lücken schließen.

Das Bild ist gut, kratzt meiner Meinung nach aber nur an der Oberfläche, denn manchmal macht es auch Sinn, zuerst die Wassertropfen anzugehen, oder den Sand, oder auch mal abwechselnd. In der Quintessenz passt es aber schon, denn es besagt: „Wir alle haben ein leeres Glas (symbolisch der Beginn eines Tages), und dann wird gefüllt. Je besser strukturiert, konzentriert und fokussiert wir sind, desto effektiver und effizienter, desto mehr Ruhe auch in uns selbst, desto fokussierter und konzentrierter.“


Warum Zeitmanagement zu kurz greift

Genau das erklärt meiner Meinung nach ziemlich gut, warum es nicht Zeitmanagement heißen sollte, beziehungsweise warum das zu kurz gegriffen ist und das Ganze im Kern Selbstmanagement ist. Denn selbst wenn alles in das Glas passt, kann es noch Löcher geben. Dafür gebe ich dir noch ein anderes visuelles Beispiel:

Stell dir einen Gartenschlauch vor, und am Ende eine Spritzpistole. Wenn das Wasser vollständig durchfließt, kommt am Ende, je nach Einstellung der Düse, ein feiner Nebel oder ein richtig breiter, starker Strahl heraus, mit dem man im Garten ordentlich Blumen, Obst und Gemüse gießen kann.


Äußere und innere Ablenkungen

Wenn dieser Gartenschlauch aber Löcher hat oder porös ist, wird daraus nichts. Sinnbildlich entstehen die Porosität oder die Löcher bei Kids & Teens durch äußere und innere Ablenkungen. Äußere Ablenkungen sind zum Beispiel: Handy, Hunger, Durst, Nebengeräusche. Innere Ablenkungen können sein: Sorgen, Ängste, Zweifel, Druck, zum Beispiel aufgrund von Perfektionismus, Schlafmangel und vieles mehr. Deshalb sage ich, dass Selbstmanagement die Basis von allem ist, und dann wirkt Zeitmanagement leichter.

Das erlebe ich auch oft genug im Coaching: Sind die anderen Themen innerlich gelöst, fällt es den Kids plötzlich viel leichter, sich zu konzentrieren, zu fokussieren und zu strukturieren, klar, weil sie einfach innerlich ruhiger sind.

Und daher logisch: Je früher dein Kind das lernt, desto leichter ist sein gesamtes Leben, desto glücklicher, erfolgreicher und erfüllter ist es.


Zeit- und Selbstmanagement im Schulalltag

Und sind wir mal ehrlich: Kids & Teens sind in der Schule ständig mit Zeit- und Selbstmanagement konfrontiert. Zum Beispiel: Eine Klassenarbeit dauert x Minuten, und in der Zeit bitte Top-Performance abliefern. Hui, das ist Zeitmanagement par excellence und gleichzeitig Selbstmanagement par excellence. Dazu kommt, mit dem eigenen Perfektionismus umgehen zu können, zum Beispiel wenn man in der Luxussituation ist, zu viel zu wissen. Dann muss man im Endeffekt schauen, was man in der Zeit aufs Papier bekommt und dass es die wichtigsten Punkte sind. Auch das bespreche ich regelmäßig in den Coachings.


Die Angst vor dem Blackout

Oder auch der Punkt, mit der Angst umzugehen, dass man einen Blackout haben könnte. Das ist natürlich ein Thema für eine Einzelsession, denn das Problem beim Blackout ist ja nicht, dass es mal passiert und wie man dann in der Situation damit umgeht. Der Punkt ist die Angst davor, dass es wieder passiert. Dadurch kommt man in eine Schleife hinein und hat innerlich noch mehr Druck. Das gilt es dann zu lösen, damit das Nervensystem wieder ruhig ist. Und damit sind wir wieder bei den „inneren Ablenkungen“ und somit beim Selbstmanagement, weniger beim Zeitmanagement. Beim Blackout ist eben weniger der Fakt relevant, dass es mal passiert, sondern dass unser Verstand denkt: „Was, wenn es wieder passiert?“

By the way gilt das natürlich nicht nur für Blackouts, sondern auch für alle anderen Themen. Das ist zum Beispiel auch bei Führerscheinprüfungen oft ein Thema in Einzelsessions (Was ist, wenn ich da wieder einen Fehler mache?). Da gebe ich den Kids & Teens immer folgendes Beispiel mit: Ihr alle seid schon mal auf der Straße gestolpert oder gestürzt. Ihr alle habt deshalb schon mal eine Schürfwunde gehabt. Seid ihr das nächste Mal, als ihr rausgegangen seid, mit der Angst rausgegangen: „Was, wenn das wieder passiert?“ Nein. Ihr habt gedacht: Ist halt einmal passiert, fertig. Vielleicht habt ihr sogar gar nicht mehr daran gedacht. Aber interessant: Bei Blackouts oder auch bei anderen Themen denkt sich unser System so einen Bullshit aus. Erinnert euch das nächste Mal einfach an genau dieses Beispiel.


Ist das nicht zu viel Druck?

Und ja, manche sagen dann, dass das wiederum zu viel Druck ist, der auf Kids & Teens in der Schule lastet. Natürlich stimmt das auf eine gewisse Art und Weise. Gleichzeitig möchte ich kurz sagen, dass Druck und Stress per se nichts Negatives sind. Schon bei unserer Geburt braucht es einen gewissen Druck, damit überhaupt Leben entstehen kann. Aber das ist ein komplett anderes Thema. Darüber habe ich schon einen Beitrag gemacht, Nummer 045 wenn dich das interessiert, lies gerne rein.

 

Und danach? Wenn Kids & Teens arbeiten

Einen Punkt möchte ich noch ergänzen: Sind wir mal ehrlich, selbst wenn Noten und aller Druck in der Schule wegfallen, was ist dann, wenn die Kids & Teens arbeiten gehen? Eine kurze Ergänzung, falls dich meine Meinung zum Thema Noten interessiert: Das findest du in Blogbeitrag 016.


Aber wieder zurück: Was passiert, wenn Kids & Teens arbeiten? Und jetzt mal egal, ob angestellt, selbstständig oder im Unternehmertum. Was ich da erlebt habe und teilweise noch erlebe: Die Anforderungen, die Geschwindigkeit und die Komplexität steigen, holla die Waldfee. Nicht umsonst gibt es Studierende, die ein Pflichtpraktikum machen und einen Praxisschock haben.


Selbstständigkeit: Behind the Scenes statt Bali-Klischee

Hier will ich auch einen Punkt in Richtung Selbstständigkeit anbringen: Ich gebe zum einen so viele Insights „Behind the Scenes“, vor allem in meinen Insta-Stories, weil ich klar informieren möchte, zum anderen aber auch, um Kids & Teens kein falsches Bild von Selbstständigkeit zu vermitteln. In den sozialen Medien sieht es sehr oft so aus: „Man chillt halt in Bali am Strand am Laptop.“

Joa, auch Part of the Game, wobei es bei mir eher Freibad und See ist. Ich bin einfach überhaupt kein digitaler Nomade, ich bin jemand, der seine Homebase braucht. Aber im Endeffekt ist es auch im Urlaub nicht so, dass man komplett frei hat, man arbeitet halt immer und nie. Aber es fühlt sich anders an.


Die drei wichtigsten Eigenschaften

Aber damit es so sein kann, sind, und da kommen wir wieder zum Thema Zeitmanagement, meiner Meinung nach die drei wichtigsten Eigenschaften: Selbstdisziplin, intrinsische Motivation und Durchhaltevermögen.

Diese vermittle ich in all meinen Coachings, denn das sind nicht nur Eigenschaften, die man als Selbstständige braucht, sondern die brauchen alle erfolgreichen Menschen, in der Selbstständigkeit gleichzeitig auf allerhöchstem Niveau. Das sage ich auch immer wieder den Kids & Teens, gerade in den Gruppencoachings meines Programms GAME CHANGER. Aber auch im 1:1-Coaching werde ich oft von den Kids & Teens gefragt, wie mein Alltag aussieht. Dann erzähle ich ihnen das, aber ich sage auch: „Du selbst musst dein größter Cheerleader sein. Es gibt da nämlich keine Mama, keine Schule und keine Arbeit, die sagt: Steh um x Uhr auf. Theoretisch hast du die Möglichkeit, wie in den Ferien bis in die Puppen zu pennen, aber das funktioniert nicht.“


Mein Alltag: Zeitmanagement ist Selbstmanagement

Oder eine andere Geschichte: Out of the blue kam vor Kurzem diese Reaktion auf meine Insta-Story: „So früh schon gestylt. An einem Montag … Respekt.“

Jap, das ist auch so ein Thema. Theoretisch könnte ich, bis auf Meetings, eigentlich den ganzen Tag in Sportklamotten oder nur obenrum schick und untenrum im Homeoffice-Style herumlaufen. Aber nope, das bin ich nicht. Aber ja, das muss man für sich selbst entscheiden. Ich liebe einfach Kleidung und vor allem Kleider, ich trage Sommer wie Winter nichts anderes als Kleidchen.

Und in puncto „Montag“: Den habe ich nicht mehr. Theoretisch ist jeder Tag gleich und dennoch komplett unterschiedlich. Es gab eine Zeit, in der ich nicht mal wusste, welchen Wochentag wir haben. Das ist manchmal auch noch so: Wenn ich in meinen Stories einen wundervollen Start in den jeweiligen Wochentag wünsche, muss ich manchmal erst kurz überlegen, welchen Tag wir haben. Und ja, ich gebe auch samstags Beratungsgespräche und sonntags Schnuppergespräche und auch Coachings, aber hier nur Einzelsessions oder wenn ein 1:1-Kind an seinem regulären Termin nicht kann. Aber zum Beispiel per Sprachnachricht oder Textnachricht bin ich auch am Wochenende da, beziehungsweise läuft das im 1:1-Coaching und in der Umsetzungsbegleitung einfach durch.

Der einzige Punkt, an dem ich merke, dass Wochenende oder Feiertag ist, ist, dass ich mich entschieden habe, an diesen Tagen keine „Sprech-Stories“ zu machen. Aber sonst: alles eigene und freie Entscheidungen. Und ja, das alles ist Zeitmanagement und Selbstmanagement.

Das ist mir wichtig, den Kids & Teens zu vermitteln, und deshalb sage ich: Der Begriff Zeitmanagement kratzt für mich nur an der Oberfläche, in der Tiefe bedeutet er Selbstmanagement. Gleichzeitig ist mir natürlich auch wichtig zu vermitteln, dass es kein 24/7-Hustle sein muss, weil Gesundheit immer noch Priorität Nummer 1 ist, mental und körperlich.


Fazit: Je früher, desto leichter

Also, summa summarum: Je früher dein Kind Zeitmanagement beziehungsweise Selbstmanagement beherrscht, desto leichter fällt es ihm jetzt und in Zukunft, und desto leichter kann es sich weiterentwickeln. Denn die Arbeit wird tendenziell immer mehr, die Geschwindigkeit und die Anforderungen steigen, und gleichzeitig nimmt die Komplexität zu. Daher hat, wer sich heutzutage in jeder Hinsicht selbst führen kann, einen meilenweiten Vorsprung.

Damit das alles deinem Kind leichter fällt, habe ich dafür meine Journals für Grundschulkinder, Jugendliche und Eltern entwickelt. Du findest sie auf meiner Website und kannst sie über meinen Online-Shop bestellen.


Identität vor Methoden

Und noch einen Punkt möchte ich zum Schluss anbringen, weil das die Essenz meiner Arbeit ist: die eigene Identität. Dein Kind darf sich selbst als jemand sehen, der ein Macher ist, dem es leichtfällt, Struktur zu haben, sich zu konzentrieren und zu fokussieren.

Deshalb bin ich auch nicht der Fan davon, hier irgendwelche Methoden zum Zeitmanagement zu beleuchten. Ehrlich, das kann jeder bei Google oder ChatGPT eingeben, es dauert eine Minute, und ihr habt alle gängigen Methoden. Mir ist eher wichtig, einen Perspektivenwechsel anzuregen und im Endeffekt die Abkürzung zu nehmen. Denn wer von sich selbst denkt, dass er schlecht im Zeitmanagement ist, dem helfen auch die Methoden nur bedingt, weil alles in uns beginnt und endet. Der erste Schritt ist daher, zu schauen, wo man selbst schon gut im Zeit- beziehungsweise Selbstmanagement ist, und diese Beweise aufzuschreiben, damit das Unterbewusstsein das checkt. Dann kann man gern ein bis zwei Methoden aussuchen, nicht mehr, und diese vier Wochen lang jeden Tag umsetzen, ohne Wenn und Aber. Danach schaut man, ob diese Methode für einen super ist oder nicht.


Mein Beispiel: die Umsetzungsmaschine

Und jetzt von mir ein Beispiel: Ich sehe mich als Macherin und Umsetzungsmaschine. Ich selbst habe das eigentlich nie so gesehen, aber mir wurde ständig gesagt: „Du bist halt einfach eine Umsetzungsmaschine.“ Seitdem glaube ich das, und seitdem mache ich mir auch kein bisschen mehr Gedanken über die Fragen: Schaffe ich das? Wie bekomme ich es hin? Sondern einfach: „Okay, wie will ich es denn haben?“ Und dann setze ich genau das um, und fertig.

Genau diese Kompetenzen und noch so viel mehr vermittle ich den Kids, Teens und jungen Erwachsenen im Coaching.


Mein Angebot für dich

Wenn du mich als Coach für dein Kind beziehungsweise für euch als Familie willst, schau auf meiner Website vorbei. Dort findest du alle Angebote im Detail. Bei Fragen schreib mir einfach, oder vereinbare gern gleich dein persönliches Beratungsgespräch.

Ich freue mich darauf, dich beziehungsweise euch kennenzulernen.


Alles Liebe und hab einen wundervollen Tag,

deine Ines

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