073_Neujahrsvorsätze, Ziele und im Jetzt glücklich sein

13. Dezember 2025

073_Neujahrsvorsätze, Ziele und im Jetzt glücklich sein

Hallo und herzlich Willkommen,


„Ines, wie siehst du das denn mit dem Thema Neujahrsvorsätze und generell Ziele und dann aber gleichzeitig diesem im Jetzt glücklich sein?“ Diese Frage wurde mir vor Kurzem gestellt und deshalb möchte ich sie heute beantworten.

 

Eins vorweg: Das ist meine persönliche Meinung. Ich sage nicht, dass das die einzige Wahrheit ist, die existiert. Gleichzeitig ist es für mich zum aktuellen Stand meine Wahrheit.


Neujahrsvorsätze: Warum ich keine habe

Das Thema Neujahrsvorsätze kann ich ziemlich schnell abhandeln: Ich habe seit Jahren keine. Warum? Weil ich etwas verändere, wenn ich etwas verändern will, und dafür brauche ich nicht auf Neujahr, auf meinen Geburtstag, auf besondere Planetenkonstellationen, Mondphasen und so weiter zu warten. Wenn ich etwas nicht mehr in meinem Leben haben will oder etwas anderes will, dann verändere ich es. Und genauso gebe ich das auch den Kids & Teens immer mit.

Ich gebe dir noch ein Beispiel mit, warum ich nichts von Neujahrsvorsätzen halte. Die meisten Neujahrsvorsätze sind ja eher so: Zucker reduzieren, mehr Sport machen, mit dem Rauchen aufhören und so weiter. Angenommen, ich hätte früher wenig Sport gemacht und mir vorgenommen: „Ab dem 01.01.25 mache ich voll viel Sport.“ Dann hätte ich am 01.01. voll abgekotzt, denn am 01.01.2025 lag ich auf dem Sofa und konnte kaum reden, weil ich schon gesundheitlich leicht angeschlagen auf eine Silvesterparty gegangen bin. Das hat sich dann auch zwei Wochen gezogen. Auf Deutsch: Der Vorsatz Sport wäre voll im Eimer gewesen, und ich wäre vermutlich voll im Widerstand gegen meinen Körper gewesen. So war ich einfach gechillt und konnte mich dem Genesungsprozess meines Körpers hingeben.

Wenn ich etwas verändern will, dann sofort. Dadurch hat dieser Jahreswechsel für mich aber auch nicht mehr wirklich die Bedeutung wie früher, und ich spüre auch nicht mehr diese Magie des Neuanfangs, weil für mich jeder Moment quasi ein Neuanfang ist und jeder Moment etwas Magisches an sich hat. Warum das so ist, damit kommen wir zum Thema Ziele generell.


Ziele: Vom Alltag im Jetzt ausgehen

Genauso handhabe ich es mit dem Thema Ziele: Ich definiere Ziele anhand meines Lebens. Und vor allem schaue ich mir in erster Linie meinen Alltag im Jetzt an, denn mein Leben ist ja mein Alltag, wobei ich tatsächlich gar nicht mehr so einen Alltag habe, aber du weißt, was ich meine: Unser Leben ist einfach eine Aneinanderreihung von Momenten aus dem Jetzt. Und dann schaue ich: Was will ich nicht mehr? Und was will ich stattdessen? Dabei geht es gar nicht um so krass große Dinge, oftmals sind es auch einfach nur Gefühle in Bezug auf eine Sache oder eine Situation. Dann entscheide ich mich, dass es sich verändert, und allein diese Entscheidung shiftet mein Bewusstsein hin zu dem, was ich in meinem Alltag sehen und erleben will. Logischerweise erlebe ich das dann auch. Es geht hier also nie um die Frage, ob, sondern nur um die Frage „Wann?“ Aber selbst die Frage „Wann?“ ist eigentlich irrelevant, wenn wir wissen, dass Zeit, wie Albert Einstein gesagt hat, relativ ist. Dazu gleich nachher noch mehr.


Ein Beispiel aus dem Coaching: Mathe und die angezogene Handbremse

Damit es nicht so abstrakt bleibt, gebe ich dir ein Beispiel aus dem Coaching: Ich frage die Kids & Teens zum Beispiel auch immer, was sie an anderen Menschen bewundern. Ich greife jetzt einfach mal die Aussage einer Teenagerin auf: „Ich bewundere echt, wie gut xyz in Mathe ist. Das wäre ich auch gern. Bei mir ist es eher so, dass ich lieber andere Dinge lerne als Mathe. Ich kann Mathe einfach nicht.“ Ich habe wahrgenommen, dass sie schon Mathe lernt, aber noch nicht wirklich daran glaubt, dass sie es auch schaffen kann, so gut in Mathe zu sein, also so ein bisschen mit angezogener Handbremse lernt. Ich habe dann gesagt: „Okay, dann schauen wir jetzt gemeinsam, wie das für dich auch möglich ist.“ Und was glaubst du, was gerade mal einen Monat später passiert ist? „Ines, mir haben in Mathe gerade mal 3 Punkte zur Note 1 gefehlt!“ Und das in einem Monat! Deshalb ist es wichtig, dass wir uns einfach von der Zeit lösen: Alles ist schnell veränderbar.

Gleichzeitig zeigt dieses Beispiel wieder perfekt: Es geht nie, nie, nie um die Geschichte, hier Mathe, sondern nur darum, wie dein Kind sich selbst in Bezug auf diese Situation sieht. Hier hat sie nicht geglaubt, dass sie es schafft, und dass sie es schafft, hat sie sich jetzt selbst bewiesen. Genau aus diesem Grund arbeite ich mit Kids & Teens an ihrer Identität, in diesem Fall: „Ich schaffe sowieso alles, was ich mir vornehme.“ Das schließt jetzt Mathe mit ein, aber auch jeden anderen Lebensbereich, jetzt und in der Zukunft. Denn logisch: Sie sieht sich jetzt als jemand, die alles schafft, was sie sich vornimmt.

Und genau das hat wirklich Impact auf unser Leben: die kleinen, aber feinen Veränderungen, die im Alltag stattfinden und uns plötzlich ganz anders auf uns und unser Leben blicken lassen.


Sehnsüchte ernst nehmen

Ja, ein Visionboard zu haben ist cool. Große Ziele und Träume zu haben und sich mit ihnen zu befassen ist toll und macht Spaß. Aber wie gesagt: Noch größeren Impact hat es, sich mal hinzusetzen, seinen Alltag anzuschauen und sich selbst zu beantworten: „Was will ich nicht mehr, und was will ich stattdessen? Was bewundere ich an anderen? Was will ich auch können beziehungsweise in meinem Leben erleben?“ Dann kommen wir zum wirklichen Kern, zu unseren wirklichen Sehnsüchten. Und jetzt verrate ich dir ein Geheimnis, das keines ist: Diese Sehnsüchte hast du, beziehungsweise hat dein Kind, weil sie verdammt noch mal für euch bestimmt sind. Das spürst du nicht aus Jux und Dollerei.

Auch hier ein Beispiel: Manche Menschen haben eine krasse Sehnsucht, mit dem Camper die Welt zu erkunden. Für mich persönlich wäre das gar nichts, es vibet null mit mir, bevor ich im Camper eine Rundreise mache, bleibe ich lieber daheim. Also ist das nicht für mich bestimmt. Für die, deren Herz aber danach schreit, ist das bestimmt.

Das Problem ist nur, dass wir uns das teilweise nicht erlauben, weil wir Angst haben, dass es nicht real wird. Aber wenn wir nichts machen, ist es ja sowieso schon nicht real. Aber Moment, ich schweife gerade ab, darum soll es heute gar nicht gehen.


Zurück zur Eingangsfrage: Warum ich nichts von SMART-Zielen halte

Also kurz zurück zur Eingangsfrage: „Ines, wie siehst du das denn mit dem Thema Neujahrsvorsätze, Ziele und gleichzeitig im Jetzt glücklich sein?“ Neujahrsvorsätze haben wir geklärt: Ich halte nichts davon. Und Ziele würde ich eher anhand des Lebens und des Alltags definieren.

Und jetzt kurz zur Zieldefinition: Wir alle haben ja mal gelernt, dass wir Ziele SMART definieren sollen. Kurz zur Wiederholung: S steht für spezifisch, M für messbar, A für attraktiv, R für realistisch und T für terminiert, also ein Ziel mit Datum dahinter.

Ich habe das früher so gemacht und auch so gelebt. Heute halte ich davon absolut gar nichts. Warum? Weil es nie, nie, nie um das Ziel geht. Es geht nur um die Person, die wir auf dem Weg zur Zielerreichung werden. Wenn wir uns zu der Person entwickelt haben, ist es vollkommen normal, dass wir dieses Ziel erreichen, und dann sind wir schon wieder beim nächsten Ziel.

Und ehrlich: Wer so lebt, wird niemals im Jetzt glücklich sein, weil er nur dem nächsten Ziel hinterherjagt, schneller, höher, weiter, 24/7 Hustle. I know what I am talking about.


Mein einziges Unternehmensziel

Deshalb habe ich keinerlei numerische Ziele für meine Firma, also weder Umsatz- noch Gewinnziele. Das einzige Ziel, das ich für mich und meine Firma habe, ist: erfolgreichster und bekanntester Kinder- und Jugendcoach im mindestens deutschsprachigen Raum. Das ist der Raum, den ich mir mit der Firmengründung und meiner damaligen Kündigung im Daimler-Konzern geöffnet habe. O-Ton damals: „Wenn ich da kündige, dann aber nur für ganz, ganz groß, aber nicht wegen mir und meinem Ego, sondern weil ich endlich kapiert habe, was ich kann und was ich seit über 20 Jahren wirklich mache und warum ich all diese Scheiße in meinem Leben erlebt habe: damit es Kids & Teens leichter haben.“

Genau darauf basierend treffe ich Entscheidungen, jeden einzelnen Tag, jede einzelne Stunde, jede einzelne Minute und jede einzelne Sekunde. Und zwar nicht, weil ich ständig Entscheidungen treffen muss, sondern weil ich mich in jedem Moment entscheide, wer ich bin, sei es beim Spazierengehen, beim Glühweintrinken auf dem Weihnachtsmarkt, beim Spülmaschineausräumen, egal wobei. Und genau das tust du, und das tut dein Kind auch in jedem Moment: sich entscheiden. Ist es Schöpfer aka Star seines Lebens oder Opfer?

Okay, ich schweif wieder ab. Einen Deep Dive zu dem Thema Schöpfer /Opfer gibt es in Blogbeitrag 051 bzw. in dem Beitrag „Alles beginnt und endet in uns“, Nummer 062.

 

Also noch mal zurück zu meinem Overall-Unternehmensziel: erfolgreichster und bekanntester Kinder- und Jugendcoach. Auch hier geht es nicht darum, ob ich das erreiche. Ich wurde auch gefragt, woran ich das messen würde: gar nicht. Es geht einfach nur darum, dass dieser Raum so groß ist, dass er für mich keine Limitierungen beinhaltet. Und er ist auch so groß, dass die Kids & Teens sich darin entwickeln können, während ich einfach mein Bestes gebe und mich dahin entwickle. Um dann plötzlich, wie bei allen anderen Zielen, die ich in meinem Leben gemeistert habe, zu erkennen, dass es nie ums Ziel ging. Sei es von versetzungsgefährdet in Klasse 10 zu einem 2,3er Abi, zu einem 1,2er Bachelorabschluss als Jahrgangsbeste und einem Master mit 1,3, oder einmal im Leben mit Delfinen in freier Wildbahn zu schwimmen: Es war für mich vollkommen normal, weil ich die Person geworden bin, für die das alles normal war.

Und jetzt kommen wir wieder zum Jetzt: Ich sehe es so: Ich habe genau dieses Overall-Unternehmensziel im Auge, und alle meine unternehmerischen Entscheidungen treffe ich so, dass sie darauf einzahlen. Der Weg entwickelt sich beim Gehen. Genau deshalb macht es gar keinen Sinn, das anhand von Umsatz oder Gewinn oder womöglich noch als Ziel mit Enddatum zu definieren.


Zeit ist relativ

Und jetzt kommen wir noch mal zum Thema Zeit: Das hat ja schon die Quantenphysik nachgewiesen: Zeit ist eine Illusion, beziehungsweise zumindest die lineare Zeit, die wir nutzen, weil sie uns das Leben vereinfacht. Gleichzeitig existiert ja alles jetzt schon, und ich weiß doch nie, wie schnell irgendetwas gehen kann. Und weißt du, das Problem mit der Zeit ist auch: Wir setzen uns vielleicht ein Ziel mit Enddatum, und die meisten setzen sich ja eher ganz ambitionierte Ziele. Wenn dann der Zeiger auf der Uhr umschlägt und Tag X vergangen ist, ist die Gefahr sehr hoch, dass das Ziel vielleicht nicht erreicht wurde, oder man kommt in den Hustle, um das Ziel bis Tag X zu erreichen. Das kann dann dazu führen, dass man entweder wieder seinen Wert an das Ziel knüpft und sich selbst infrage stellt oder eben schneller, höher, weiter macht.

Daher sehe ich es so: Ich mache mir in meinem Leben eine tolle Zeit. Ich frage mich jeden Tag: Was für Wunder und Magie empfange ich heute? Was für eine Magic Co-Creation mache ich heute mit den Menschen in meinem Umfeld, seien das Familie, Freunde oder Kunden, Nachbarn oder x-beliebige Menschen auf der Straße? Was kreiert mir, meinem Gegenüber und dem großen Ganzen am meisten? So genieße ich mein Leben im Jetzt und kann gleichzeitig große Ziele und Träume haben. Wobei ich auch nicht mehr groß oder klein sage, denn wer definiert denn, was groß oder klein ist? Ich. Und wer weiß schon, ob mein Overall-Unternehmensziel jetzt groß oder klein ist? Niemand. Die Frage ist nur: Wie schnell entwickle ich mich selbst zu der Person? Und gleichzeitig bleibe ich auch hier relaxed.


Wenn Kids & Teens nicht wissen, was sie wollen

Noch ein Punkt: Viele Kids & Teens wissen manchmal gar nicht, was sie wollen. Damit sie gar nicht erst in dieses Schneller-höher-weiter hineinkommen, ist mein Ansatz: Wenn ihr mal nicht wirklich wisst, was ihr wollt, habt einfach als Overall-Ziel, euch zur besten Version eurer selbst zu entwickeln und zu sehen, was da noch alles möglich ist.

Und schaut euch einfach nur euren Alltag an: Was wollt ihr nicht mehr, was wollt ihr stattdessen? Wen bewundert ihr, und was genau an dieser Person? Folgt euren Sehnsüchten und setzt das gleichzeitig auch um, damit ihr eure PS auf die Straße bringt. Denn ehrlich: Das Wissen ist überall verfügbar, aber das Umsetzen und das Dranbleiben im Alltag, das trennt die Spreu vom Weizen, beziehungsweise die Menschen, die ihr Traumleben leben, von denen, die das nicht tun.


Und nein, das ist nicht alles bequem. Das ist manchmal ganz schön wuaaaah. Aber das ist im Endeffekt nur unser Nervensystem und unser Kopf, die keinen Bock auf Veränderung haben. Die wollen Sicherheit und in der Komfortzone bleiben. Das heißt, der einzige Kampf, der wirklich existiert, ist der zwischen uns und unserem Verstand, und das ist auch das Einzige, was uns unser Traumleben nicht leben lässt oder warum es manchmal Zeitverzögerungen in unseren Manifestationen gibt.


Schöpfer oder Opfer

Deshalb, ganz ehrlich: Macht euch einfach im Jetzt eine geile Zeit. Genießt euer Leben in jedem Moment, dann fällt euch auch alles in Summe leichter. Ich kann hier nur erneut Albert Einstein zitieren: „Es gibt nur zwei Arten zu leben: Entweder wir sehen alles als ein Wunder an oder eben nichts.“ Und Wunder ist ja gleichzusetzen mit Schöpfer.

So gibt es auch nur zwei Arten zu leben: entweder als Schöpfer oder als Opfer. Und ich meine Opfer jetzt gar nicht so krass, wie wir uns ein klassisches Opfer vorstellen, sondern wir alle machen uns im Alltag immer wieder zum Opfer. Das im Alltag zu erkennen ist wichtig. Und dann im Alltag zu switchen, denn wir sind nun mal Schöpfer und gestalten unser Leben selbst. Aber genau das ist die Wahl, die wir treffen, und das meinte ich vorhin damit, dass wir uns in jeder Sekunde, Minute und Stunde entscheiden, wer wir sind. Dabei ist es schnurzpiepegal, was wir in der Zeit machen, weil es nie, nie, nie um die Sache oder Situation geht, sondern nur um die Frage, wie wir uns selbst in Bezug auf diese Sache oder Situation sehen: als Schöpfer oder als Opfer.

Deshalb dürfen wir uns in die Reise auf dem Weg zur Zielerreichung verlieben. Wie die Reise bei mir oder deinem Kind aussieht, kann keiner sagen. Der Blueprint steckt in uns, wir müssen aber bereit sein, diese Reise zu gehen.


Leadership: Sich selbst führen

Aber ja, genau das ist Leadership: eigenverantwortlich das eigene Leben zu führen, sich selbst zu leaden und dann andere zu leaden, in meinem Fall die Kids & Teens, beziehungsweise ihnen den Raum für ihre eigene komplette Lebensveränderung zu öffnen.

So, ich glaube, jetzt habe ich diese Frage umfassend beantwortet. Und noch einmal: Das ist, wie ich es momentan mache, mein Ansatz, wie es für mich funktioniert. Sieh das nicht als die eine Wahrheit, sondern einfach als Inspiration für dich und folge dann dir und deiner Wahrheit.


Mein Angebot für dich

Wenn du auch eine Frage hast, schreib mir sehr gern, dann beantworte ich sie auch gern im Blog. Und wenn du mich als Coach für dein Kind willst, findest du alle Angebote, wie ihr mit mir zusammenarbeiten könnt, auf meiner Website. Wenn du mit mir kurz über eure individuelle Situation quatschen willst, dann vereinbare dir gern dein kostenloses telefonisches Beratungsgespräch.




Alles Liebe und hab einen wundervollen Tag,

deine

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